
Wenn wir heute auf die Geschichte des Ersten Hanauer Netzwerkvereins blicken, müssen wir eine kleine Zeitreise antreten. Eine Zeitreise zurück ins Jahr 1998. Damals ging es nicht um High-End-Streaming oder Cloud-Gaming. Es ging um den stolzen Moment, als der erste mit Freunden zusammengebaute PC im heimischen Arbeitszimmer endlich hochfuhr.
Der Startschuss fiel damals im Arbeitszimmer von Martin Weis in Großauheim. Zusammen mit seinen Freunden Steffen Lindert und René Kloss ging es los. Kabel wurden quer durchs Zimmer verlegt, Monitore zusammengeschoben und die ersten privaten Gamesessions liefen an. Immer mehr Freunde und Bekannte gesellten sich hinzu, bis die Wohnung irgendwann an ihre räumlichen und elektrischen Grenzen stieß.
Das Ganze blieb in der Nachbarschaft natürlich nicht unbemerkt. In Großauheim gerieten wir damals sogar regelrecht unter Verdacht: Es wurde im Ort ernsthaft gemunkelt, dass hier wohl mit gestohlenen Fernsehern gehandelt würde! Warum sonst sollten wir ständig diese riesigen, tonnenschweren Röhrenmonitore in großer Anzahl hin und her schleppen und in Autos verladen?

Da war uns klar: Es musste eine offizielle Lösung her! Im evangelischen Gemeindezentrum Heilig Geist in der Waldsiedlung Großauheim fanden wir Dank unserem Member Carsten Kargl die perfekte erste Location. Aus unserer kleinen Runde wurden im Jahr 2000 erst 30, dann 60 und schließlich über 100 Teilnehmer. Die Einladungen wurden professioneller, Sponsoren kamen an Bord und legendäre Titel wie Quake 3 Arena, Counter-Strike, StarCraft oder Age of Empires II lockten immer mehr Technikbegeisterte an.



Um diesem Ansturm gerecht zu werden, wurde im Jahr 2001 der HNC offiziell als eingetragener Verein gegründet.

Das Wachstum war kaum zu bremsen. Mit dem Gewinn aus den Veranstaltungen wurde das vereinseigene Equipment kontinuierlich aufgestockt, sodass wir damals mit absolutem State-of-the-Art-Equipment für LAN-Partys aufwarten konnten. Der Hunger nach mehr Platz führte uns schließlich über verschiedene Stationen bis hin zur TSV-Halle in Kleinauheim und der alten Schule in Großauheim.



Doch der technische Fortschritt schläft nicht. Im Jahr 2004 schlitterte der Verein in seine größte Krise: Der DSL-Boom kam. Plötzlich hatte jeder eine bezahlbare Flatrate zu Hause. Das gemeinsame Spielen verlagerte sich ins Internet, und das klassische LAN-Party-Modell brach ein.

Anstatt den Stecker zu ziehen, bewies der Verein echte Flexibilität. Das Ruder wurde an die Retro-Jungs der HOMECON übergeben. Der Fokus wechselte also vom reinen Highspeed-Zocken hin zur Sicherung digitaler Kulturgüter und dem Erhalt historischer Hard- und Software.
Obwohl ich bis heute „nur“ noch als Member dabei bin, bin ich umso stolzer auf das, was aus unseren Anfängen geworden ist. Diese Neuausrichtung hat den Verein gerettet. Bis heute bewahrt die Retro-Abteilung den Geist unserer Gründertage. Ich bin stolz darauf, dass heute als Hüter der klassischen Gaming-Kultur die Fackel des First-HNC.de weitergetragen wird.
Auf die nächsten Jahrzehnte! Dankeschön
Martin Weis
